Die Geschichte des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie

Die Kaiser-Wilhelm-Akademie, um 1912

1946-1949: Das Verwaltungsamt für Wirtschaft

Auf Initiative und unter der Kontrolle der Besatzungsmächte entstanden im September 1946 deutsche Behörden, die die schon bestehenden Verwaltungen in der amerikanischen und der britischen Besatzungszone übergreifen sollten, darunter - in Anlehnung an die Kompetenzen des früheren Reichswirtschaftsministeriums - auch das Verwaltungsamt für Wirtschaft. Es wurde im westfälischen Minden errichtet, nicht zuletzt weil sich dort bereits das Zentralamt für Wirtschaft der britischen Besatzungszone befand, das über einen eingeübten Stab verfügte. Praktisch haben die ersten bi-zonalen Ämter die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllt. Erst die Errichtung des "Wirtschaftsrats für das vereinigte Wirtschaftsgebiet" in Frankfurt am Main schuf 1947 ein überzonales Gesetzgebungsorgan und damit auch die Grundlage für die Wirksamkeit überzonaler deutscher Behörden. Erster Direktor der nunmehr in Frankfurt-Höchst tätigen Verwaltung für Wirtschaft des Vereinigten Wirtschaftsgebietes (VfW) war Johannes Semler. Er war, wie die Leiter der anderen vier Verwaltungen, der Sache nach Minister, durfte sich aber noch nicht so nennen. Sein im März 1948 gewählter Nachfolger Ludwig Erhard gewann als Direktor der VfW größte Bedeutung bei der Erarbeitung der Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft. Die Soziale Marktwirtschaft mit ihrem Leitbild "Wohlstand für alle" sollte von diesem Zeitpunkt an ein Modell für die deutsche Wirtschaftspolitik werden.

Eine kritische Untersuchung und Einordnung der Rolle des Wirtschaftsressorts in der Zeit von 1946 bis 1949 finden Sie in Band 3 und 4 des Abschlussberichtes der unabhängigen Geschichtskommission.

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