Politik für Ausbildung und Beruf

Auszubildende und Ausbilder
© iStockphoto.com/lisafx

Handwerk und Industrie suchen Auszubildende, vor allem im technischen Bereich. Motivierte, die die Schule verlassen, haben gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Nicht immer im Traumberuf, aber bei den rund 310 dualen Ausbildungsberufen, für die allein das Bundeswirtschaftsministerium zuständig ist, wird jeder etwas Passendes finden.

Damit das so bleibt, haben wir zum 1.8.2014 mit Fachleuten aus Branchen und Betrieben wieder zehn Ausbildungsberufe modernisiert. Es wurden die Ausbildungs- und Prüfungsinhalte folgender Berufe zukunftsfest den technologischen Herausforderungen angepasst: Fachkraft für Lebensmitteltechnik, Fachkraft für Speiseeis, Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker, Kaufmann für Büromanagement, Kaufmann für Versicherungen und Finanzen, Land- und Baumaschinenmechatroniker, Polsterer, Süßwarentechnologe, Zupfinstrumentenmacher und Zweiradmechatroniker.

Potenziale zu erkennen und zu mobilisieren ist die zentrale Herausforderung an das duale System. Für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie stehen dabei folgende Aspekte im Vordergrund:

1. Übersichtliche Regelungen

Handliche Ausbildungsordnungen mit berufsprägenden Mindestanforderungen erleichtern es den Betrieben, in der laufenden Produktion oder im Dienstleistungsbereich prozessorientiert auszubilden. Aufwendige Verbundlösungen und überbetriebliche Ausbildungsmaßnahmen können so vermieden werden.

2. Chancen für alle

Zukünftig kann es nicht mehr nur darum gehen, die Anforderungen an die Berufsausbildung immer komplexer und komplizierter zu gestalten. Wir brauchen Flexibilität und Dynamik, um mit unseren dualen Berufen

  1. alle Arten und Größen von Betrieben und
  2. mindestens alle Jugendlichen mit Schulabschluss zu erreichen.

Auch junge Leute mit weniger guter Startposition müssen wieder ohne Warteschleifen und Übergangsmaßnahmen in Berufsausbildung gebracht werden. 

Deshalb sind auch durchlässig strukturierte Berufsausbildungsgänge, die zur Ausübung einer qualifizierten Tätigkeit befähigen, wichtig. Sie werden im Konsens mit den dualen Partnern der Berufsausbildung, den Kammerorganisationen und den Gewerkschaften entwickelt (Beispiel siehe Infografik).

3. Optimierung der Prüfungen

Abschlussprüfungen sind so zu optimieren, dass die Mitarbeit im Prüfungsausschuss auch für Unternehmer und aktive Beschäftigte wieder interessant wird. Im Vordergrund stehen die klare Ausrichtung der Prüfung auf das Berufsprägende, einheitliche Prüfungsinstrumente und straffe Prüfungszeiten.

Die Parlamentarische Staatssekretärin Iris Gleicke betonte in einem Interview vom 28. Februar 2014 die Wichtigkeit einer soliden handwerklichen Ausbildung für junge Menschen.