Politik für Ausbildung und Beruf

Auszubildende und Ausbilder
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Das Duale Ausbildungssystem trägt entscheidend dazu bei, dass Deutschland die geringste Jugendarbeitslosigkeit innerhalb der Europäischen Union vorweisen kann. Handwerk und Industrie suchen Auszubildende, vor allem im technischen Bereich. "Karrieren im Dualen Berufsbildungssystem waren selten so aussichtsreich wie heute. Denn die deutsche Wirtschaft ist auf gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen," so der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel, anlässlich des Starts des Ausbildungsjahres 2015/16.

Motivierte, die die Schule verlassen, haben gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Nicht immer im Traumberuf, aber bei den rund 327 dualen Ausbildungsberufen bundesweit hat jeder Suchende die Möglichkeit, etwas Passendes zu finden.

Damit das so bleibt und um den sich ständig ändernden Anforderungen gerecht zu werden, hat das BMWi zusammen mit den Sozialpartnern zum 1. August 2015 einige Ausbildungsordnungen modernisiert und sie aktuellen technischen Entwicklungen angepasst. So wurden die Ausbildungs- und Prüfungsinhalte folgender Berufe zukunftsfest überabreitet: Automatenfachfrau/-mann, Bergbautechnologe, Betonfertigteilbauer, Bogenmacher, Fachkraft für Lederherstellung und Gerbereitechnik, Geigenbauer, Gießereimechaniker, Holzmechaniker, Kerzenhersteller und Wachsbildner, Musikfachhändler, Orthopädieschuhmacher, Textil- und Modenäher, Textil- und Modeschneider und Werksteinhersteller. Zudem wurde die Ausbildung zum Werkfeuerwehrmann erstmals staatlich anerkannt.

Potenziale zu erkennen und zu mobilisieren ist die zentrale Herausforderung an das duale System. Für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie stehen dabei folgende Aspekte im Vordergrund:

1. Übersichtliche Regelungen

Handliche Ausbildungsordnungen mit berufsprägenden Mindestanforderungen erleichtern es den Betrieben, in der laufenden Produktion oder im Dienstleistungsbereich prozessorientiert auszubilden. Aufwendige Verbundlösungen und überbetriebliche Ausbildungsmaßnahmen können so vermieden werden.

2. Mehr Durchlässigkeit

Zukünftig kann es nicht mehr nur darum gehen, die Anforderungen an die Berufsausbildung immer komplexer und komplizierter zu gestalten. Wir brauchen Flexibilität und Dynamik, um mit unseren dualen Berufen

  1. alle Arten und Größen von Betrieben und
  2. mindestens alle Jugendlichen mit Schulabschluss zu erreichen.

Auch junge Leute mit weniger guter Startposition müssen wieder ohne Warteschleifen und Übergangsmaßnahmen in Berufsausbildung gebracht werden. 

Deshalb sind auch durchlässig strukturierte Berufsausbildungsgänge, die zur Ausübung einer qualifizierten Tätigkeit befähigen, wichtig. Sie werden im Konsens mit den dualen Partnern der Berufsausbildung, den Kammerorganisationen und den Gewerkschaften entwickelt (Beispiel siehe Infografik).

Neue Impulse setzte am 21. Mai 2015 der Branchendialog des BMWi mit Spitzenvertretern aus Wirtschaft, Gewerkschaft und Verbänden der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie. Um den Einstieg ins Berufsleben zu erleichtern, werden die Betriebe verstärkt die durchlässigen Strukturen der Ausbildung nutzen. Sie wollen den Wert einer dualen Ausbildung als gleichwertige Alternative zu einem Studium wieder stärker in das Bewusstsein der Menschen bringen.

3. Optimierung der Prüfungen

Abschlussprüfungen sind so zu optimieren, dass die Mitarbeit im Prüfungsausschuss auch für Unternehmer und aktive Beschäftigte wieder interessant wird. Im Vordergrund stehen die klare Ausrichtung der Prüfung auf das Berufsprägende, einheitliche Prüfungsinstrumente und straffe Prüfungszeiten.