Kasachstan - Wirtschaftliche Beziehungen
Wirtschaftslage
Die kasachische Wirtschaft hat ihren Wachstumskurs 2011 fortgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist real um 7,5% gestiegen. Als ressourcenreiches Land mit hohem Bedarf an Auslandsinvestitionen ist Kasachstan als Absatz- und Beschaffungsmarkt ein interessanter Partner für die deutsche Wirtschaft.
Die mittelfristigen Wachstumsaussichten für Kasachstans Wirtschaft sind günstig infolge der anhaltend hohen Nachfrage nach den Hauptexportgütern des Landes (Öl, Metalle und metallurgische Erzeugnisse), gekoppelt mit einem hohen Preisniveau für diese Güter. Entsprechend stiegen die Exporteinnahmen von knapp 60 Mrd. auf 88 Mrd. US-Dollar, während sich der Überschuss in der Handelsbilanz auf 50 Mrd. US-Dollar ausweitete.
Trotz der Abkühlung der Weltwirtschaft bleiben die mittelfristigen Wachstumsaussichten für Kasachstan positiv. Die Regierung erwartet ein Wachstum des BIP in den Jahren 2012 bis 2014 um + 6% pro Jahr. Hinter dieser Prognose stehen mit Hilfe staatlicher Finanzierung geplante Projekte im Rahmen des Industrialisierungsprogramms (Förderung 2012: 4 Mrd. Euro), der Ausbauinitiative für die Transportinfrastruktur (2012 bis 2014: 13,6 Mrd. Euro) sowie der Programme für die soziale Infrastruktur (Kommunal- und Wasserwirtschaft, Wohnungsbau und Gesundheitswesen).
Der Bankensektor, der im Zuge der weltweiten Finanzkrise 2007/08 erheblich gelitten hat, bleibt Sorgenkind der kasachischen Wirtschaft. Infolge der Zahlungsausfälle und den Restrukturierungsvereinbarungen bei den Banken BTA, Astana Finance und Alliance mussten die Deckungsmöglichkeiten bei den Exportkreditgarantien eingeschränkt werden.
Bilaterale Wirtschaftsbeziehungen mit Kasachstan
Kasachstan ist der wichtigste Partner der deutschen Wirtschaft in Zentralasien:
Die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen florieren: 2011 wurde das bisherige Rekordjahr 2008 übertroffen. Der Handel mit Kasachstan steht für 86% des deutschen Handelsvolumens mit der Region und für 66% der deutschen Exporte nach Zentralasien. Der deutscher Export nahm um +25,1% von 1,381 Mrd. Euro auf 1,727 Mrd. Euro zu und übertraf erstmals wieder das Rekordjahr 2008 (1,66 Mrd. Euro). Der deutsche Import erhöhte sich um +16,2% von 3,84 Mrd. Euro auf 4,46 Mrd. Euro. Damit wuchs der Warenumsatz um +18,5% von 5,22 auf 6,19 Mrd. Euro. Diese Entwicklung setzt sich 2012 fort.
Kasachstan ist inzwischen viertwichtigster Erdöllieferant Deutschlands (2011: 7,3 Mio. t) und trägt maßgeblich zur Diversifizierung unserer Energieversorgung bei (8,1% Anteil an Gesamtöleinfuhr).
Mit der Unterzeichnung des Regierungsabkommens über Partnerschaft im Rohstoff-, Industrie- und Technologiebereich am 8. Februar 2012 durch den Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Dr. Philipp Rösler, und den kasachischen Minister für Industrie und neue Technologien, Asset Issekeshev, wurde ein neues Kapitel in den bilateralen Wirtschaftsbeziehungen aufgeschlagen.
Als Bestandteil der Rohstoffstrategie der Bundesregierung wird durch diese Partnerschaft die Zusammenarbeit von Unternehmen beider Länder bei der nachhaltigen und sicheren Erschließung, Gewinnung und Nutzung mineralischer Rohstoffe unterstützt.
Darüber hinaus wird die Zusammenarbeit mit einem Beitrag deutscher Unternehmen zur Modernisierung und Diversifizierung der Wirtschaft Kasachstans verknüpft. Mit dem Ministerium für Industrie und neue Technologien der Republik Kasachstan wurde am 8. Februar 2012 zudem seitens des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) eine Vereinbarung zur Verlängerung der Investitions- und Innovationspartnerschaft bis 2015 und gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium eine Absichtserklärung auf dem Gebiet der Energieeinsparung, Erhöhung der Energieeffizienz und Nutzung erneuerbarer Energiequellen unterzeichnet.
Wichtigstes Dialogforum für wirtschaftliche und wirtschaftspolitische Fragen ist die "Regierungsarbeitsgruppe Wirtschaft und Handel", die auf ihrer 6. Sitzung am 26.06.2012 in Hamburg den Ausbau der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen und erste Maßnahmen und Projekte zur Umsetzung der am 08.02.2012 unterzeichneten Regierungsvereinbarung über Partnerschaft im Rohstoff-, Industrie- und Technologiebereich erörterte.
Weiterhin unterstützt das BMWi Kasachstan mit einem Managerfortbildungsprogramm. Bisher wurden mehr als 300 kasachische Manager in Deutschland fortgebildet.
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