Standards und Wettbewerb

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Einheitliche und offene Standards für mehr Wettbewerb auf den IKT-Märkten

Standardisierung und Interoperabilität in den Informations- und Telekommunikationstechnologien (IKT) sind für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) von strategischer Bedeutung. Wer Standards entwickeln und durchsetzen kann, verschafft sich Vorsprünge im internationalen Wettbewerb. Das Bundeswirtschaftsministerium setzt auf offene Standards und Interoperabilität, damit nicht nur die Funktionsfähigkeit komplexer IKT-Systeme, sondern auch der ungehinderte Zugang zu den IKT-Märkten und damit ein fairer Wettbewerb gewährleistet sind. Das BMWi unterstützt daher die Verbreitung von Interoperabilität und offenen Standards. Mit dem Aufbau und dem Betrieb von standardisierten Testumgebungen und anderen Einrichtungen zur Prüfung der Interoperabilität von IKT-Systemen strebt das Bundeswirtschaftsministerium eine - auch internationale - Vorreiterrolle bei der Entwicklung und Verbreitung der hierzu erforderlichen Technologien an.

Standards

Standards können ihre wettbewerbsfördernde Wirkung nur dann entfalten, wenn die Verfahren zu ihrer Anerkennung transparent sind, allen Interessierten zugänglich gemacht werden sowie von allen Beteiligten getragen und unter fairen Bedingungen entwickelt und praktiziert werden. Wettbewerbsbehinderungen durch möglicherweise an dem Standard bestehende Schutzrechte (IPR) sind dabei auszuschließen bzw. diese Mitwettbewerbern unter fairen Lizensierungsbedingungen (FRAND) zugänglich zu machen. 

Die Bundesregierung unterstützt den Einsatz offener Standards in Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung. Offene Standards ermöglichen das Zusammenwirken verschiedener Technologien und Komponenten in vernetzten Systemen, z.B. in cyber-physischen Systemen (CPS) oder der Industrie 4.0, und erhöhen die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft insgesamt, insbesondere kleiner und mittlerer Unternehmen, auf den internationalen Märkten.

Interoperabilität

Eine der Hauptbarrieren für die Funktionsfähigkeit komplexer IKT-Systeme und für den Wettbewerb in der IKT-Branche insgesamt ist die mangelnde Interoperabilität der jeweils beteiligten Einzelkomponenten. Begünstigt durch dieses Defizit werden i.d.R. die Anbieter, deren Systeme den Markt bestimmen. Hier ist Interoperabilität ein wichtiger Mechanismus, bestehende wirtschaftlich-technische Abhängigkeiten vor allem für die deutsche, vorwiegend mittelständische Softwareindustrie abzubauen und Kosten für Lizenzen zu senken. Aber auch durch die Implementierung von Schnittstellen können Produkte fachübergreifend eingesetzt werden und dadurch neue Impulse in der herkömmlichen Industrie schaffen. 

Für die öffentliche Verwaltung ist Interoperabilität ein geeignetes Instrument, durch mehr Wettbewerb die Kosten der Beschaffung von IKT-Produkten und -Dienstleistungen zu verringern, da sich die Zahl der Auswahlalternativen am Markt durch Interoperabilität erhöht. 

Open Source

Open Source Software (OSS) hat sich zu einer neuen, praxistauglichen und wettbewerblichen Alternative auf den Softwaremärkten entwickelt. Durch OSS wird der Wettbewerb mit herkömmlichen Lizenzmodellen gestärkt und die Konzentrationswirkung auf bestimmte Hersteller verringert. Neben den ökonomischen Aspekten ist die überprüfbare Sicherheit ein wesentlicher Vorteil der OSS. Erst durch öffentlich einsehbare Quellcodes ist es möglich, eventuelle Sicherheitslücken zu entdecken und zu beheben. Das dient nicht nur der Zuverlässigkeit bzw. Betriebssicherheit der IKT, sondern insbesondere auch dazu, das Vertrauen der Verbraucher und der Industrie in die zunehmend digitalisierte Welt zurück zu gewinnen.

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