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Unternehmen mit innovativen Ideen können das Leben vieler Menschen verbessern.
Damit aus vielversprechenden Innovationen marktreife Produkte oder Dienstleistungen werden, fördert das BMWi ausgewählte Technologieprojekte. In dieser neuen Rubrik stellen wir Ihnen einige dieser innovativen Projekte vor: unsere HIGHtechLIGHTS.

Dem Täter auf der Spur - mit dem Tatortspuren-Scanner

Spurensuche leicht gemacht: Mit dem Tatortspuren-Scanner "Eviscan" kann die Kripo Beweisstücke in wenigen Minuten auf Fingerabdrücke und andere Spuren untersuchen. Pinsel, Pulver und Klebeband können getrost im Koffer bleiben.

Tartortspuren-Scanner; Quelle: German eForensics GmbH
© German eForensics GmbH

Fans von CSI und anderen Krimiserien wissen es längst: Die moderne Spurensicherung kann Verbrecher besser denn je überführen. Doch wenn es darum geht, Fingerabdrücke an Beweismitteln vom Tatort sicherzustellen, ist die Methode, die am häufigsten eingesetzt wird, erstaunlich alt: Seit mehr als 100 Jahren kommen Pinsel und spezielle Pulver zum Einsatz, die magnetisch sind und an den Fingerabdrücken haften bleiben. Mit Hilfe eines durchsichtigen Klebebands wird der Fingerabdruck dann abgeklebt und das Klebeband samt Fingerabdruck auf einer Karteikarte gesichert. Diese Spur muss nun eingescannt werden und kann dann mit den Fingerabdrücken der Verdächtigen verglichen werden.

Spuren sichern, nicht zerstören

Abgesehen davon, dass dieser Prozess recht aufwendig ist, gibt es ein weiteres Problem: Die Original-Spur auf dem sichergestellten Gegenstand vom Tatort wird dabei berührt und verändert, im schlimmsten Fall sogar zerstört. Deshalb kann es passieren, dass Beweisstücke nicht mehr für andere Verfahren der Spurensicherung, zum Beispiel für DNA- oder Faseranalysen, zur Verfügung stehen.

Die German eForensics GmbH aus Koblenz hat 2014 eine Innovation auf den Markt gebracht, um Fingerabdrücke und andere Spuren zu sichern: den Tatortspuren-Scanner Eviscan. Das Gerät ist fast mannshoch mit eigener Arbeitsplatte und Monitor. Das Beweisstück, auf dem Spuren vermutet werden oder zu sehen sind, wird auf die Arbeitsplatte unter die Scanvorrichtung gelegt. Dann startet die Überprüfung. Eviscan erkennt Spuren mithilfe einer Detektortechnologie, die mit moderner Bilderkennungssoftware arbeitet und komplett ohne chemische oder haftende Mittel und auch ohne UV-Bestrahlung auskommt.

Auf der richtigen Spur

Die gefundenen Spuren werden sofort am Monitor dargestellt. Sie lassen sich mithilfe der integrierten Bildbearbeitungssoftware optimieren, die speziell für die verbesserte Darstellung von Fingerabdrücken entwickelt wurde. Über verschiedene Parameter wie Helligkeits- und Kontrastanpassung oder Hintergrundunterdrückung treten die charakteristischen Linien in der Haut deutlich hervor, der Abdruck bleibt jedoch völlig unverfälscht. Da die Spuren nun bereits digital vorliegen, können sie viel schneller und einfacher mit vorhandenen Daten abgeglichen werden.

Durch die neue, spurenschonende Untersuchung muss sich die Kripo nicht mehr zwischen Fingerspuren- oder DNA-Analyse entscheiden - es geht beides. Dank Eviscan lassen sich also mehr Informationen aus einer Spur gewinnen als mit konventionellen Methoden. Zudem können die Beamten auf Chemikalien oder Pulver komplett verzichten.

Zukunftsweisend und ausgezeichnet

Eviscan wurde mit Unterstützung der Kriminalämter entwickelt und erprobt und entspricht den Bedürfnissen einer zukunftsweisenden Tatortspurensicherung. Das hat auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie erkannt - und gewürdigt: Eviscan wurde beim "Gründerwettbewerb - IKT Innovativ 2011" mit einem Hauptpreis ausgezeichnet. Das Gerät ist mittlerweile marktreif und bereit für den Einsatz in internationalen Spurensicherungslaboren.

Faktenübersicht:
Produkt: Tatortspuren-Scanner
Unternehmen: German eForensics GmbH, Koblenz
Markteinführung: 2014
Förderung: Gründerwettbewerb - IKT Innovativ 2011
Fördersumme: 30.000 Euro plus Coachings

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