Luftfahrttechnologien

Airbus A350 XWB
© Airbus SAS 2013

Die Luftfahrtindustrie ist ein dynamischer Sektor mit hohen Zuwachsraten und einem leistungsfähigen, industriellen Kern in Deutschland. Deutsche Unternehmen haben sich aufgrund ihrer technologischen Ausnahmestellung einen festen Platz im internationalen Luftfahrzeug- und Triebwerksbau erarbeitet. Um diese Technologieführerschaft im schärfer werdenden globalen Wettbewerb verteidigen und ausbauen zu können, unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) diesen Sektor/die Luftfahrtindustrie mit Forschungsmitteln aus dem Luftfahrtforschungsprogramm (LuFo) und anteiligen Entwicklungskostendarlehen aus dem Luftfahrzeugausrüsterprogramm.

Neue Herausforderungen

Wachstumsbranche Luftverkehr

Der Luftverkehr gewinnt für die Mobilität der Weltbevölkerung immer mehr an Bedeutung und entwickelt sich zum Verkehrsträger mit dem schnellsten Wachstum. Wissenschaftliche Prognosen gehen davon aus, dass sich das Luftverkehrsaufkommen in den nächsten 20 Jahren mehr als verdoppeln wird. Durch den weiteren Anstieg des globalen Luftverkehrs ergeben sich für Deutschland als verkehrsreichstem Land Europas bedeutende Wachstums- und Beschäftigungspotenziale. Voraussetzung für deren Erschließung ist aber die gesellschaftliche Akzeptanz dieser Art der Mobilität. Dazu ist es notwendig Technologien bereitzustellen, die bei wachsendem Luftverkehrsaufkommen zusätzliche Belastungen von Mensch und Umwelt so weit wie möglich vermeiden.

Daher hat sich die europäische Luftfahrtindustrie gemeinsam mit ihren Forschungspartnern aus der Wissenschaft und Politik bereits Anfang des Jahrhunderts auf gemeinsame Ziele (ACARE 2020) zur Verringerung der Klimawirkungen des Luftverkehrs verständigt. Damit wurden in einem der ersten Industriezweige frühzeitig konkrete und vor allem messbare Emissionsreduktionsziele festgelegt. Bis zum Jahr 2020 sollen spezifischer Treibstoffverbrauch und CO2-Emissionen um jeweils 50 % reduziert, die spezifischen Stickoxidemissionen um 80 % verringert und die Lärmbelastung bei An- und Abflug um die Hälfte vermindert werden. Kein anderer Verkehrssektor hat sich derzeit ähnlich weit reichende Klimaschutzziele gesetzt.

Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit - Herausforderungen für die deutsche Luftfahrtindustrie

Nicht nur steigende umweltpolitische Anforderungen an den Luftverkehr der Zukunft, sondern auch der zunehmende internationale Wettbewerb stellen die deutsche Luftfahrtindustrie vor neue Herausforderungen. Neben den etablierten Luftfahrtnationen drängen zunehmend Wettbewerber aus Russland - mit seiner eigenen, langen Luftfahrttradition - und aus aufstrebenden Luftfahrtnationen wie China, Indien oder Brasilien auf den Markt. Wie überall auf der Welt wird auch in diesen Ländern die Luftfahrtindustrie als strategische Branche betrachtet und genießt besondere Unterstützung seitens der Regierungen.

Deutsche Unternehmen können in diesem Wettbewerbsumfeld langfristig nur bestehen, wenn sie die Technologieführerschaft in ihren Kernfeldern verteidigen und stetig ausbauen. Um der Konkurrenz dauerhaft technologisch einen Schritt voraus zu sein, muss die deutsche Luftfahrtindustrie ihre Innovationszyklen drastisch verkürzen. Nur wenn der Weg von der Idee zum marktfähigen Produkt deutlich reduziert wird, können der technologische Vorsprung zu Wettbewerbern aufrechterhalten und damit die Wettbewerbsnachteile, z.B. durch ungünstige Wechselkurse oder Kostenstrukturen, aufgefangen werden.

Die industrieeigenen Ausgaben für Forschung und Entwicklung liegen auf sehr hohem Niveau. Sie umfassen ein Volumen von 4,2 Mrd. Euro; diese Zahl entspricht einem Anteil von 12 % des Branchenumsatzes. Damit zählt die Luftfahrtindustrie zu den forschungsintensivsten Branchen der deutschen Volkswirtschaft, denn die bestehenden Schwierigkeiten können nur mit verstärktem F&E-Aufwand überwunden werden. Die Luftfahrtindustrie hat besondere Herausforderungen zu meistern, denn Produktlebenszyklen von über 50 Jahren und hohe Sicherheits- und Zertifizierungsanforderungen führen dazu, dass technologische Innovationen nur mit langen Vorlaufzeiten eingeführt werden können. Gleichzeitig können selbst bei einem hohen Marktanteil nur relativ geringe Stückzahlen im Vergleich zu anderen Branchen am Weltmarkt abgesetzt werden. Geringe Stückzahlen und lange Vorlaufzeiten lassen klassische Instrumente zur Vorfinanzierung risikobehafteter Technologievorhaben an ihre Grenzen stoßen und verhindern, dass insbesondere kapitalschwächere kleinere, aber zunehmend auch Großunternehmen ausreichend in innovative Technologien investieren.

weitere Informationen zum Thema

Technologie

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Bundeswirtschaftsministerium auf der ILA 2016, 1. bis 4. Juni 2016

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