Ländliche Räume

Berge mit Wald symbolisieren den Tourismus im ländlichen Raum; Quelle: istockphoto.com/JackJelly
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Der Deutschlandtourismus boomt. 2015 war mit rund 436 Millionen Übernachtungen das sechste Rekordjahr in Folge. Allerdings zieht es die Touristen in erster Linie in die großen Städte. Die ländlichen Regionen hinken beim Wachstum hinterher. Gerade in den häufig strukturschwachen ländlichen Räumen hat der Tourismus jedoch eine besondere Bedeutung für Arbeitsplätze und Einkommen.

Die Entwicklung des Tourismus in ländlichen Räumen ist für die Beauftragte der Bundesregierung für Tourismus und Parlamentarische Staatssekretärin, Iris Gleicke, ein besonderes Anliegen und zählt zu ihren wichtigsten Handlungsfeldern.

Projekt: "Tourismusperspektiven in ländlichen Räumen"

Mit dem Projekt "Tourismusperspektiven in ländlichen Räumen" hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in enger Kooperation mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft dazu beigetragen, das touristische Potenzial zu analysieren, um die ländlichen Räume als attraktives Reiseziel stärker zu bewerben. Im Ergebnis entstanden Hilfestellungen und Anregungen in Form von guten Praxisbeispielen, Schlüsselstrategien, Handlungsempfehlungen und Checklisten.
Die Ergebnisse des Projekts wurden veröffentlicht in dem Leitfaden "Tourismusperspektiven in ländlichen Räumen - Handlungsempfehlungen zur Förderung des Tourismus in ländlichen Räumen" und in zehn Kurzreports mit Checklisten zu den einzelnen Handlungsfeldern sowie in der Sonderstudie "Freizeitparks, Märkte und Volksfeste".

Im zweiten Halbjahr 2013 wurden die Projektergebnisse auf einer bundesweiten Roadshow präsentiert und diskutiert. Aufgrund des großen Interesses wurde die Roadshow 2014/15 mit zehn weiteren Veranstaltungen fortgesetzt.

Weitere Informationen finden Interessierte unter www.tourismus-fuers-land.de.

Aktuelles Projekt: "Die Destination als Bühne: Wie macht Kulturtourismus ländliche Räume erfolgreich?"

Oberlausitz-Niederschlesien, Ostfriesland und die Zugspitzregion haben es geschafft: diese drei wurden unter bundesweit 77 Bewerbern als Modellregionen ausgewählt. Bei unserem neuen Projekt geht es darum, in ländlichen Regionen die Potenziale von Kunst und Kultur im weitesten Sinne zu erschließen. Ein Kernanliegen ist es, die Zusammenarbeit zwischen Touristikern und Kulturschaffenden zu stärken. Mit dem Projekt wollen wir über bloße Handlungsempfehlungen und den Verweis auf gute Beispiele hinausgehen: Wir wollen ganz konkret in die Regionen gehen, Problemstellungen vor Ort analysieren und die lokalen Akteure "coachen". Die ländlichen Modellregionen sollen musterhaft in der Umsetzung von Konzepten zur Entwicklung des Kulturtourismus begleitet werden. Die beispielhaften Lösungen und Erfahrungen aus diesen Modellregionen werden dann auch anderen Regionen bundesweit zur Nachahmung zur Verfügung stehen.

Der Deutsche Tourismusverband e.V. (DTV) koordiniert das Projekt im Auftrag des BMWi. Dirk Dunkelberg vom DTV: "Mit den drei Modellregionen entwickeln wir in den nächsten Monaten individuelle Coaching-Konzepte. In Oberlausitz-Niederschlesien sollen die vielfältigen Kulturangebote vernetzt werden, um so touristische Kooperationen zu initiieren und zu stärken. In der Zugspitzregion möchten wir herausfinden, wie das Thema einer Landesausstellung nachhaltig und langfristig für die kulturtouristische Vermarktung genutzt und weiter entwickelt werden kann. Und in Ostfriesland wird es um die Frage gehen, wie man ein schon bestehendes Kulturnetzwerk unabhängig von Fördermitteln auf solide finanzielle und organisatorische Füße stellt".

Im März 2016 ging die projektbegleitende Dialogplattform www.culturcamp.de online. Sie ist die Basis für den regen Austausch zwischen allen Regionen und der interessierten Öffentlichkeit. Auch andere Tourismusregionen können hier ihre Kenntnisse, Erfahrungen und Fragen einbringen.

Das am 1. August 2015 gestartete Projekt läuft bis zum 31. März 2018. Auftragnehmer ist der DTV zusammen mit dem DIW Berlin, der dwif-Consulting GmbH, der KULTUREXPERTEN Dr. Scheytt GmbH, der mediamare consulting GmbH und der Sandstein Kommunikation GmbH.

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[1] Definition des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) für ländliche Räume