Maritime Wirtschaft

Fracht- und Lotsenschiff symbolisieren die maritime Wirtschaft; Colourbox.com
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Für ein außenhandelsorientiertes Land wie Deutschland ist eine leistungsstarke, international wettbewerbsfähige maritime Wirtschaft von hoher gesamtwirtschaftlicher Bedeutung. Der maritimen Wirtschaft kommt für die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland und für die Sicherung von Wachstum und Beschäftigung eine Schlüsselrolle zu.

Ziel von Wirtschaft und Politik ist es deshalb, eine strukturell stark aufgestellte maritime Wirtschaft in Deutschland zu sichern, die ihre Potenziale ausschöpft.


Seehäfen

Allgemeines

Die deutschen Seehäfen haben große regional- und gesamtwirtschaftliche Bedeutung. Sie sind für die außenhandelsorientierte deutsche Volkswirtschaft sowie für Beschäftigung und Wertschöpfung am maritimen Standort Deutschland unverzichtbar. Leistungsfähige Häfen und bedarfsgerechte Hinterlandanbindungen sind wesentliche Voraussetzungen für die maritime Logistik. Nach Erhebungen des Zentralverbandes der deutschen Seehafenbetriebe sind hierzulande ungefähr 300.000 Arbeitsplätze direkt oder indirekt seehafenabhängig.

2014 erhöhte sich der Güterumschlag der deutschen Seehäfen gegenüber dem Vorjahr um 2,2 Prozent auf rd. 304,1 Millionen Tonnen (2013: 297,6 Millionen Tonnen). Für das laufende Jahr 2015 wird eine weitere Zunahme des Seegüterumschlags prognostiziert.

Der Hamburger Hafen erreichte mit einem Seegüterumschlag von 145,7 Mio. Tonnen in 2014 ein Rekordergebnis (2013: rd. 139 Mio. Tonnen). Der Containerumschlag wuchs gegenüber dem Vorjahr um 6,1 Prozent auf 102,7 Mio. Tonnen. Der Massengutumschlag legte um 1,7 Prozent zu und erreichte einen Wert von rd. 43 Mio. Tonnen. Für dieses Jahr wird mit einem weiteren Anstieg des Seegüterumschlags auf rd. 149 Mio. Tonnen gerechnet

Immer mehr Großfrachter, mit einer Mindestlänge von 330 Metern und einer Mindestbreite von 45 Metern, laufen den Hamburger Hafen an. 2014 waren es 970 sogenannte außergewöhnlich große Fahrzeuge (AGF). In diesem Jahr werden mehr als 1000 Mega-Schiffe die Hansestadt anlaufen.

Wichtigster Partner des Hamburger Hafens im Containerumschlag bleibt China. Rückgänge verzeichnete man im Handel mit Russland, aufgrund der Rubelschwäche und der verhängten Sanktionen.

In den bremischen Häfen ging der Gesamtumschlag 2014 gegenüber dem Vorjahr leicht zurück. Der Seegüterumschlag in Bremen und Bremerhaven sank um 0,6 Prozent auf 78,3 Mio. Tonnen (2013: 78,7 Mio. Tonnen, 2012: 84 Mio. Tonnen). Ein neues Rekordergebnis erzielten die bremischen Häfen beim Umschlag von Automobilen. Der Umschlag erhöhte sich um 4,2 Prozent auf insgesamt rd. 2,269 Mio. Fahrzeuge.

Als Ergänzung zu den Häfen in Hamburg und Bremen wurde im Jahr 2012 der Container Tiefwasserhafen JadeWeserPort in Wilhelmshaven eröffnet. Der JadeWeserPort ist der einzige deutsche Tiefwasserhafen. Der Hafen bietet mit einer 1.750 Meter langen Kaje und acht der weltweit größten Containerbrücken ideale Vorrausetzungen tideunabhängig Großcontainerschiffe der neuesten Generation mit einem Tiefgang von bis zu 16,5 Metern abzufertigen.

Seeverkehrsprognose 2030

2014 veröffentlichte das Bundesverkehrsministerium die Ergebnisse der übergreifenden Verkehrsverflechtungsprognose 2030 einschließlich Seeverkehrsprognose. Danach wird für die 19 untersuchten deutschen Seehäfen von einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 2,8 Prozent bis 2030 ausgegangen. Dies entspricht einer Zunahme des Umschlagsvolumens von 74 Prozent im untersuchten Zeitraum 2010 bis 2030. Im Seehafenhinterlandverkehr rechnet man in diesem Zeitraum mit einem Anstieg von rd. 53 Prozent.

Weiterentwicklung des Nationalen Hafenkonzeptes

Die Bundesregierung unterstützt die Bemühungen der Länder, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Seehäfen zu steigern. Aktuell entwickelt das Bundesverkehrsministerium das Nationale Hafenkonzept für die See- und Binnenhäfen weiter. Dieses soll auf der Neunten Nationalen Maritimen Konferenz im Oktober 2015 vorgestellt werden.

Bei der Weiterentwicklung des Nationalen Hafenkonzepts geht es darum, die Häfen auch zukünftig in die Lage versetzen, die wirtschaftlichen und logistischen Herausforderungen zu meistern. Es soll die Wettbewerbsfähigkeit der See- und Binnenhäfen als Drehscheiben des nationalen und internationalen Warenaustauschs verbessert werden. Außerdem besteht die Absicht, mehr Güter auf Schienenwege und Wasserstraßen zu verlagern und dazu beizutragen, die Klima- und Umweltziele der Bundesregierung zu erreichen.

Bedeutung der Häfen für den Ausbau der Offshore-Windenergie

In der Wertschöpfungskette der Offshore-Windenergie nehmen Häfen eine zentrale Stellung ein. Für den Bau von Offshore-Windparks sind Häfen der Knotenpunkt, den alle Anlagenteile passieren müssen. Dabei geschieht in den Häfen weit mehr als die Verladung der Einzelteile von LKW, Binnenschiffen oder Zügen auf hochseetaugliche Spezialschlepper. Im Hafen werden viele Anlagenteile produziert, zwischengelagert oder teilmontiert. Zudem sind Offshore-Häfen die Basis für Spezialschiffe, die für den Transport und die Montage der Anlagen auf See benötigt werden. Sie sind Ausgangspunkt für Wartungs- und Reparaturarbeiten.

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