Frauen in der Wirtschaft

Geschäftsfrauen im Gespräch
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Wirtschaftsfaktor Frauenpower

Gleiche Chancen für Frauen und Männer im Erwerbsleben sind ein handfester Wirtschaftsfaktor. Die sich ergänzenden Fähigkeiten von Männern und Frauen sind ein Gewinn. Gemischte Teams fördern Kreativität und Synergien. Unternehmen profitieren nicht nur von unterschiedlichen Meinungen und Lösungsansätzen, sondern auch von einem breiteren Spektrum an sogenannten "weichen Faktoren".

Beschäftigungspotenziale auszuschöpfen wird zudem für die Fachkräftesicherung der Unternehmen immer wichtiger. Frauen stellen heute den Großteil der gut ausgebildeten Arbeitskräfte - sie beenden die Schullaufbahn häufiger mit dem Abitur und brechen seltener eine begonnene Ausbildung ab. Knapp die Hälfte der Studierenden, die ihr Erststudium abschließen, ist weiblich und Frauen stellen mit einem Anteil von 46,5 Prozent fast die Hälfte der Erwerbspersonen.

Frauen in Führungspositionen

Insbesondere bei großen Unternehmen sind Frauen deutlich unterrepräsentiert: Aktuell beträgt der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der TOP-160 Unternehmen in Deutschland 18,9 Prozent, nur fünf von 160 Aufsichtsratsvorsitzenden sind weiblich. In den Vorständen sind nur 5,8 Prozent der Posten mit einer Frau besetzt. Das Potenzial gut ausgebildeter Frauen wird noch nicht ausreichend genutzt. Auch in der Bundesverwaltung beträgt der Frauenanteil an Führungspositionen 30 Prozent.

Regierung beschließt gesetzliche Quote

Vor diesem Hintergrund hat das Bundeskabinett am 11. Dezember 2014 einen Gesetzentwurf für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst beschlossen. Am 6. März 2015 folgte der Beschluss des Bundestags. Das Gesetz sieht eine Mindestquote von 30 Prozent beim Frauenanteil für Aufsichtsräte von privatwirtschaftlichen Unternehmen vor, die börsennotiert und voll mitbestimmungspflichtig sind. Daneben werden börsennotierte oder mitbestimmungspflichte Unternehmen verpflichtet, Zielgrößen zur Erhöhung des Frauenanteils in Aufsichtsräten, Vorständen und obersten Management-Ebenen festzulegen. Über die Zielgrößen und deren Erreichung müssen sie öffentlich berichten.

Auch die Regelungen für den öffentlichen Dienst des Bundes - das Bundesgremienbesetzungsgesetz und das Bundesgleichstellungsgesetz - werden novelliert. Für die Besetzung von Aufsichtsgremien, in denen dem Bund mindestens drei Sitze zustehen, gilt ab 2016 eine Geschlechterquote in Höhe von mindestens 30 Prozent für alle Neubesetzungen. Ab 2018 soll dieser Anteil auf 50 Prozent erhöht werden.

Weiterführende Informationen zur Einführung der gesetzlichen Frauenquote finden Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

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Startschuss für die neue Initiative "FRAUEN unternehmen" am 29.10.2014 in Berlin

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