Logo des Programms "Passgenaue Besetzung - Willkommenslotsen"

Seit dem Frühjahr 2016 unterstützen sogenannte "Willkommenslotsen" kleine und mittlere Unternehmen bei der Besetzung von offenen Ausbildungs- und Arbeitsstellen mit Geflüchteten. 2020 waren bundesweit rund 100 Willkommenslotsen im Einsatz. Die Willkommenslotsen unterstützen kleine und große Unternehmen als zentrale Stelle bei allen Fragen rund um die Integration von Geflüchteten in Ausbildung, Praktikum oder Beschäftigung. Sie sind an mehr als 80 Handwerkskammern, Industrie- und Handelskammern, Kammern der freien Berufe sowie weiteren Organisationen der Wirtschaft angesiedelt und damit regional gut erreichbar.

Unterstützung bei der individuellen Zusammenführung von Arbeitgebern und Geflüchteten

Im Jahr 2020 gelang es den Willkommenslotsen, etwa 1.130 Ausbildungsplätze mit Geflüchteten zu besetzen. Zudem kamen durch die Arbeit der Willkommenslotsen rund 360 Langzeitpraktika sowie Einstiegsqualifizierungen als Vorbereitung auf einen Ausbildungsplatz zustande. Eine Vermittlung in einen Arbeitsplatz gelang in rund 270 Fällen.

Die Willkommenslotsen besuchen und beraten Betriebe zu den rechtlichen Rahmenbedingungen, zum möglichem Verwaltungsaufwand und zu den regionalen und nationalen Förder- und Unterstützungsangeboten. Ziel der Beratung ist, möglichst viele Unternehmerinnen und Unternehmer für das Thema Fachkräfte zu sensibilisieren und davon zu überzeugen, dass Flüchtlinge als Auszubildende oder (zukünftige) Fachkräfte eine Bereicherung für jeden Betrieb darstellen können.

Die Willkommenslotsen helfen bei Fragen zu Sprachförderung, Aufenthaltsstatus, Qualifikationsbedarf sowie zu Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten. Mit Hilfe eines Netzwerks von relevanten Akteuren vor Ort unterstützen die Willkommenslotsen die Unternehmen mit dem Ziel, geeignete Bewerberinnen und Bewerber zu finden. Die Willkommenslotsen stehen den Unternehmen auch nach einer gelungenen (Stellen-)Besetzung mit einem Geflüchteten als Ansprechpartner zur Verfügung.

Die Willkommenslotsen werden auf ihre Aufgabe vom Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge (NUiF) durch Schulungen vorbereitet. Auch werden Ihnen über das NUiF Informationsmaterialien für die Beratung der Unternehmen zur Verfügung gestellt.

Neue innovative Wege gehen – Ausbildungs-Matching trotz Corona-Pandemie

Für Unternehmen, die Ausbildungsplätze anbieten, stellt die Kontaktaufnahme zu geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern aktuell aufgrund der Corona-Kontaktbeschränkungen eine der größten Herausforderungen dar. Die Willkommenslotsen haben entsprechend in den vergangenen Monaten neue Wege etabliert, um junge Geflüchtete auf bisher unüblichen Wegen zu erreichen. Immer mehr Willkommenslotsen nutzen Social Media Kanäle für die Ansprache neuer Bewerbergruppen. Kontaktaufnahmen und Beratungen werden wahlweise per Telefon oder Videokonferenz sowie teilweise auf Wunsch per WhatsApp ermöglicht.

Viele Unternehmen schätzen die Begleitung durch Willkommenslotsen bei der Durchführung von Bewerbungsgesprächen über Videokonferenz.

Die Willkommenslotsen stehen auch als Ansprechpartner zur Verfügung, wenn Unternehmen Anschluss-Verträge für ihre beschäftigten Geflüchteten aus Ausbildung oder Arbeit suchen.

Wirtschaft beteiligt sich an den Kosten des Programms

Das Bundeswirtschaftsministerium fördert die Willkommenslotsen als Teil der Maßnahmen zur Integration von Geflüchteten in Arbeit und Ausbildung, die unter dem Dach der neuen Allianz für Aus- und Weiterbildung fortgeführt werden. Die jährlichen Gesamtausgaben des Programms liegen bei rund 5,4 Mio. Euro. Hiervon werden rund 3,1 Mio. Euro aus Bundesmitteln sowie rund 1,6 Mio Euro aus Eigenmitteln finanziert. Die restlichen 2,2 Mio. Euro werden aus Mitteln der Wirtschaft erbracht. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) ist Leitstelle der Programmdurchführung und stellt ebenfalls weiterführende Informationen zum Programm zur Verfügung. Eine Liste der Kammern und sonstigen Organisationen der Wirtschaft mit Willkommenslotsen erhalten Sie hier (PDF, 209 KB). Administriert wird das Programm vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle.

Die Beratung der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zur Besetzung von offenen Ausbildungsstellen mit in- und ausländischen Jugendlichen ohne Flüchtlingsstatus und zur betrieblichen Integration von ausländischen Fachkräften erfolgt durch die Beraterinnen und Berater des Programms "Passgenaue Besetzung".